Traumafokussierte
psychotherapie
Wien
MAG. MARKUS HAHN
Praxis für Psychotherapie, Paartherapie & Coaching
Darstellung des Gehirns, unbekannter Künstler, ca 1300
TRAUMA
Ein Trauma entsteht, wenn eine Situation so überwältigend ist, dass die Psyche in einen Schutzmodus schaltet. Dabei wird das Ereignis selbst und/oder die damit verbundenen Gefühle gewissermaßen tief im Keller der Psyche verstaut, um das unmittelbare Überleben zu sichern. Viele spätere Beschwerden sind Ausdruck dieses ursprünglich hilfreichen Schutzmechanismus.
Verstehen. Verarbeiten. Verändern.
In meiner Praxis für Psychotherapie in Wien biete ich Hilfe bei Trauma und traumabezogenen Störungen. Als besonders schonende Methoden der Traumaverarbeitung verwende ich Brainspotting und IKR.
Nashorn, Albrecht Dürer, 1515
Was ist ein Trauma?
Ein Trauma kann durch ein einzelnes überwältigendes Ereignis oder durch anhaltend belastende Beziehungs- und Lebenssituationen entstehen.
Typische Symptome sind zB belastende Erinnerungen oder Flashbacks, innere Unruhe, starke Angst und Anspannung, ständige Alarmbereitschaft, Schlafstörungen, Rückzug, Vermeidung sowie emotionale Überflutung. Ebenso können Gefühlsabstumpfung, Rückzug, Probleme bei der Regulation von Emotionen, Erschöpfung oder ein Gefühl von innerer Leere auftreten.
Durch Dämpfen, Einfrieren oder Abspalten von Gefühlen und Erinnerungen
schützte die Psyche in einer überwältigenden Situation das psychische
Überleben.
Was damals Schutz bot, ist heute als Symptomatik belastend für Betroffene.
Dame mit Hermelin, Leonardo da Vinci, 1489
WICHTIGE ASPEKTE bei der BEARBEITUNG von TRAUMA
SICHERHEIT: Bevor belastende Erinnerungen bearbeitet werden, geht es darum, ausreichend innere und äußere Sicherheit herzustellen. Patient*innen lernen Strategien zur Emotionsregulation und zum Umgang mit Stress.
INDIVIDUELLES TEMPO: Trauma kann nicht überstürzt aufgearbeitet werden. Die Therapie orientiert sich an den Möglichkeiten und der Belastbarkeit der jeweiligen Person.
Eine vertrauensvolle therapeutische Beziehung zwischen Klient*in und Therapeut*in bildet die Grundlage der Behandlung.
INTEGRATION statt VERGESSEN: Ziel ist in der Regel nicht, Erinnerungen zu löschen, sondern die traumatischen Erfahrungen so zu verarbeiten, dass sie nicht mehr das gegenwärtige Leben dominieren.
RESSOURCENORIENTIERUNG: Die Therapie knüpft an bereits vorhandene Fähigkeiten und Ressourcen an und unterstützt deren Ausbau für den Umgang mit belastenden Erfahrungen.
"Ich glaube nicht, dass der Mensch eine Chance hat, Licht in seine Situation zu bringen, bevor er nicht beherrscht, was ihn erschreckt."
Georges Bataille
TRAUMAfolgen
Oft kommt es zu sozialem Rückzug, Vermeidungsverhalten, Angst, Depression. Auch ständige Anspannung, eine hohe Reizbarkeit, Wutausbrüche, Gefühle von Schuld und Scham, Isoliertheit, emotionale Taubheit können auftreten. Trauma ist immer auch körperlich, oft leiden Betroffene an Schlafstörungen, Erschöpfung, Müdigkeit, Herzrasen, Muskelverspannungen, Kopfschmerzen, Magen-Darm-Beschwerden, Schwindel, chronischen Schmerzen,…
Auch Aussagen wie:
- „Das kann nicht passiert sein.“
- „Du übertreibst.“
- „Warum hast du nichts früher gesagt?“
- „So schlimm wird es schon nicht gewesen sein.“
sind leider oft soziale Realitäten von Betroffenen. Die mangelnde Anerkennung des Leids oder Unglauben durch das soziale Umfeld können die Belastung verstärken und die Traumaverarbeitung erheblich beeinträchtigen.
Traumatische Erfahrungen beeinträchtigen häufig das Vertrauen in andere Menschen und können zu sozialem Rückzug, Beziehungsproblemen und Isolation führen. Gleichzeitig stellen stabile und unterstützende soziale Beziehungen einen der wichtigsten Schutzfaktoren für die Bewältigung traumatischer Belastungen dar.
Therapie ermöglicht sichere Beziehungserfahrungen, die Vertrauen und soziale Verbundenheit wieder aufbauen.
Belastende Kindheitserfahrungen wie Vernachlässigung, Gewalt oder instabile Lebensumstände können die Entwicklung des Gehirns nachhaltig beeinflussen. Eine aktuelle Meta-Analyse von Giordano et al. (2026) zeigt, dass bei betroffenen Menschen wichtige Hirnnetzwerke, die für Emotionsregulation, Selbstwahrnehmung, Aufmerksamkeit und Stressverarbeitung zuständig sind, häufig weniger gut zusammenarbeiten.
Diese Veränderungen können dazu beitragen, dass emotionale Belastungen, Beziehungsprobleme oder psychische Beschwerden auch noch viele Jahre später bestehen. Die Ergebnisse unterstützen die Annahme, dass Traumafolgen nicht nur psychologisch, sondern auch neurobiologisch verstanden werden können.
Gleichzeitig bedeuten solche Befunde keine unveränderliche Festlegung. Das Gehirn bleibt lebenslang anpassungsfähig. Psychotherapie kann dazu beitragen, Selbstregulation, emotionale Stabilität und neue Beziehungserfahrungen zu fördern.
BEHANDLUNG VON TRAUMA
Gerade bei der Traumabehandlung stößt herkömmliche Gesprächstherapie schnell an ihre Grenzen. Psychodrama ermöglicht eine ressourcenorientierte Bearbeitung von bewussten und unbewussten Erinnerungen, inneren Anteilen und Beziehungserfahrungen und kann dadurch Integrationsprozesse auf körperlicher, psychischer und kognitiver Ebene fördern.
Brainspotting ist eine traumafokussierte, neurobiologisch orientierte Methode zur Verarbeitung belastender und traumatischer Erfahrungen. Durch die gezielte Arbeit mit Blickpositionen können tief gespeicherte emotionale und körperliche Reaktionsmuster aktiviert und verarbeitet werden, ohne dass das Erlebte ausführlich beschrieben bzw „gewusst“ werden muss.
Das IKR nach Gabriele Kahn ist eine imaginative, traumafokussierte Methode. Mithilfe innerer Bilder und sicherer innerer Orte können abgespaltene traumatisierte Anteile behutsam stabilisiert und schrittweise integriert werden, ohne belastende Erfahrungen erneut durchleben zu müssen.
Treatise of Man, René Descartes, 1651
ABLAUF UND RAHMENBEDINGUNGEN
Um einen Termin für ein unverbindliches Erstgespräch zu vereinbaren, rufen Sie mich bitte an, schreiben Sie mir eine Email oder nutzen Sie das Kontaktformular auf dieser Website.
Wir klären in einem Erstgespräch welche Ziele Sie erreichen wollen und mit welcher Behandlungsdauer Sie rechnen können.
Psychotherapie ist ein individueller Prozess, der sich nach Ihren Bedürfnissen bzw. nach dem Störungsbild richtet. Sitzungen finden bei akuten Belastungen üblicherweise 1 x pro Woche bzw 14tägig statt. Dies kann aber bei Bedarf auch variieren.
Im Zuge einer Behandlung ist manchmal die Überweisung zu anderen Fachleuten (z. B. Facharzt für Psychiatrie) notwendig. Gerne empfehle ich Ihnen bei Bedarf auch spezialisierte KollegInnen.
Kosten
135,- bis 170,- Euro / Einheit (50 min) je nach Einkommen
Sozialtarife sind in Ausnahmefällen möglich.
Teilrefundierung bei Vorliegen einer krankheitswertigen Störung durch die Krankenkasse möglich (zwischen 33,70 und 50 Euro je nach Kasse).
Absageregelung: Ich ersuche Sie um Verständnis, dass ich sehr kurzfristig abgesagte Termine (innerhalb von 48 Stunden vor dem vereinbarten Termin) in Rechnung stelle.
„People can't help what they feel. It's what they do that counts."
Siri Hustvedt
Meine Praxis in Wien
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